M10b20 fest und bereit zum überholen

  • Ich habe letzte Woche einen M10b20 e21 Motor ergattern können. Nach grober Besichtigung ist der Motor in einem Klasse Zustand aber leider fest. Zumindest lässt er sich nicht mit Handkraft oder Zuhilfenahme eines 30er Schlüssels drehen. Alle Aggregate habe ich soweit abgebaut bis auf die Wapu. Die Nockenwelle ist in einem tadellosen Zustand und nicht eingelaufen. Da ich bei der Überholung Neuland betrete sichere ich mich lieber mal ab. Den Kopf kann ich ja vom Block abschrauben und rein theoretisch sowohl Krümmer als auch Die Ansaugbrücke dran lassen. Ist bei mir nicht relevant da eh alles weg kommt. Die Frage ist nur, wenn ich den Kettenkasten entfernt habe um die Steuerkette zu entfernen, kann ich diese mit einem Draht an dem Nockenwellenrad fixieren um später die Kette nicht neu einstellen zu müssen? Am einfachsten wäre ja eine Anleitung einer Überholung mit Bildern wie man einen M10 Schrittweise zerlegt und wieder zusammenbaut aber ich habe bei der Suche nichts gefunden.
    Muss ich sonst etwas beachten? In erster Linie will ich erstmal an die Zylinder kommen und mir die Laufflächen anschauen. Muss ich den Kopf immer planen bevor ich neu zusammenbaue? Neue Dichtung ist natürlich klar. Wenn die Laufflächen beschädigt sind komme ich um eine Überholung nicht drum herum. Dann würde ich direkt neue und moderne Zylinder von Wossner einbauen, auch wegen der verringerten Reibung. Ganz ehrlich, ich frage nur deshalb weil ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe und es so viele Tipps, Kniffe, Umbauten und zu jedem Verschiedene Tipps gibt. Bei mir geht es um eine Seriennahe Überholung mit Verwendung von 40er Weber Vergasern die ich noch bei mir habe und vielleicht um eine leichte Modernisierung

  • Jetzt hab ich nach langem Suchen mein Dieter Korp Buch gefunden und werde mich in das Thema einlesen. Vielleicht gibt es aber von eurer Stelle noch Tipps was auf jeden Fall gemacht werden muss und welche Komponenten ihr auf jeden Fall oder empfohlener Weise Ersetzen würdet. Beste Grüße

  • Hallo,

    kannst Du am besten alles erst mal zerlegen und inspizieren. Einstellung der Steuerzeit erfolgt ja dann erst zu einem späteren Zeitpunkt.

    Hatte mal einen super gut fahrbaren Motor mit ca.150PS mit den gelisteten Änderungen.

    - 45 Weber;

    - 304°-Nocke (würde heute höchsten noch auf 292° gehen)

    - Ansaugrohr auf den Kopf angepasst und bearbeitet

    - Kopf leicht bearbeitet (Kanäle und ca. 0,2 geplant)

    - TII-Kolben mit nachgesetzten Ventiltaschen und ausgewogen

    - leichtes Schwungrad (ca.5Kg)

    - Pleuele leicht bearbeitet und Gewicht angepasst,

    - Supersprint-Fächerkrümmer mit Opel-Endschalldämpfer;

    - Alle sauber abgestimmt bei VGS in Köln

    Da konnte ruhig mal ein Serien-323i kommen. :floet:


    Viel Spaß und Erfolg aus dem Oberbergischen

  • Hey danke für deine Antwort. Das mit den Steuerzeiten wird nochmal ein Thema werden. Normalerweise stellt man ja die Kurbellwelle auf OT, geht ja bei mit nicht. Da werde ich sicher nochmals auf euch zurück kommen :). Dann geh ich mal weiter ans Zerlegen. Irgendjemand hat noch gemeint auf jeden Fall unten am Block die Ölstopfen entfernen und die Ölleitung im Motor unten mit einer Bürste sauber machen. Die neuen Stopfen werden rein geklebt?

  • Warum sollte man den nicht auf OT stellen können?


    Du meinst weil er fest ist?

    Fürs Auseinander bauen ist das egal. Beim zusammen bauen sollte er sich ja dann wieder drehen lassen.


    Wenn er nen fresser hat wirst du wohl um neue Kolben mit dem ersten übermass nicht drumherum kommen. Dann müssen ja die Laufbuchsen geschliffen werden bis die riefen weg sind und du wieder einen einwandfreien Kreuzschliff hast.


    Mach dir vom auseinander bauen viele Fotos und beschrifte jedes Bauteil. Bei den Stopfen kann ich dir leider nicht helfen. Nen m10 hatte ich noch nicht auseinander. Aber grundsätzlich gilt, alles was mit Öl zu tun hat schön sauber machen und überprüfen. Das hält später deinen Motor am leben ;)

    Ohne Öldruck hast den schnell kaputt...

  • Gestern hab ich das Ganze nochmal in Angriff nehmen wollen und Wunder was, er dreht sauber durch. Keine Geräusche,nichts dergleichen. Also werde ich ihn erstmal nach 20 Jahren zum Leben erwecken ohne den Block vom Kopf zu trennen. So wie die Dichtungen und die Nockenwelle aussieht ist er maximal 20.000 gelaufen. Sogar das Öl ist sauber, keine Verschmutzungen drin, die Dichtungen sind neu nur der Dreck und Staub wird entfernt und dann mal starten. Der Anlasser ist hin und habe festgestellt dass hier sowohl der Magnetschalter als auch das Innenleben des Motors hin sind. Da werd ich wohl einen Austausch nehmen statt den zu überholen. War das nicht so dass hier auch der leichtere vom e30 mit 1,1 bzw 1,4 kw und nur 2,9 Kilo (Teilenummer 12411269696 bzw 12411312130) auch an die Aufnahme passt? Der 5 Kilo Brocken mit nur 0,85kw Leistung ist halt schon ein Brummer (Teilenummer Bosch 1311100 Bzw. Bmw 0331303033533)

  • Moin Heiko


    Gestern noch so Bombenfest, dass nicht einmal ein 30'er Schlüssel beim drehen geholfen hat und heute dreht er problemlos durch??:scratch:


    Ohne das du was gemacht hast?

    Wenn der Motor fest sitzt würde ich den ZK grundsätzlich abbauen. Man will doch wissen was da los ist.

    Und in diesem speziellen Fall würde ich ihn wahrscheinlich auch abbauen.

    Meine Meinung.

    Gruß
    Harry

    "Damit das mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

  • wahrscheinlich hast du recht. Hat mich auch gewundert. Ich hab etwas Öl durch die abgebauten Zündkerzen fließen lassen und ein zwei Tropfen oben auf die Ventile. Das wird es wohl gelöst haben. Wundert mich nur , dass er nun wirklich sauber durchläuft ohne auch nur den geringsten Widerstand verspüren zu lassen. Hast du eine Antwort zum Anlasser parat?

  • Naja, trotzdem aufmachen... Hätte mir nur anders viel Arbeit erspart aber bei so einer seltenen Kiste lieber den komplettcheck

    Du sparst dir viel Arbeit wenn du ihn JETZT aufmachst um ihn zu inspizieren und zu überholen.

    Dann hast du die nächsten Jahre nur Verschleißteile zu erneuern

    Gruß
    Harry

    "Damit das mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

  • Mach auf jeden Fall auf und erneuere zumindest alle Wellendichtringe! Nichts ist ätzender als nachher einen im eingebauten Zustand ein aus allen Ritzen Öl triefenden Motor zu haben. Zu den Anlassern:

    aus BMW E34, mit M30 auch M5 m. 1,7kw ist der Kraftmeier für alles gedopte oder mit hoher Verdichtung. Aus BMW E30,S14/ M3 ist das kompakte Leichtgewicht mit 1,4kw oder wie oben beschrieben eben auch E30 / M10. Abmesungen und Gewichte alle kleiner bzw. geringer als der Originale Klopper. Gruß Andreas

    Wenn ich will kann ich locker mit 8 Litern 100 km fahren. Aber was für eine Benzinverschwendung!

  • Moin.

    der Gedanke den Kopf drauf zu lassen ist nicht der Beste!

    Hab mein M30B35 nach 30 Jahren komplett zerlegt und musste feststellen das es die richtige Entscheidung war! Alle Dichtungen porös verhärtet usw.

    Mein Rat: bau ihn komplett auseinander mach alles neu! Pleullager, Hauptlager, Dichtungen, Simmeringe, Kolbenringe.

    Jetzt ist es einfach später nicht.

    Wobei beim M10 ist das ja auch nicht so verbaut!

  • So wird es gemacht. Den Kopf lass ich überholen und wird bei Harpel Motorsport ca. 350€ kosten. Da erspar ich mir viel und der Mann weiss was er tut. Wenn jemand Erfahrung hat gerne melden oder ein Kommentar zum Preis hat. Die Kurbelwelle muss ich erst begutachten aber Zylinder reinigen und neue Ringe ist sicherlich kein Fehler. Da ist nur die Frage wo fängt man an, wo hört man auf. Pleuellager ja, Simmerringe ja, alte Kurbelwelle so lassen wie sie ist? Froststopfen neu? Hohnen? Je nach dem kostet das schnell mal 800 mehr als das nötigste. Hier mal ein paar Bilder zum Zustand. Ich halte euch auf dem laufendem

  • Zylinderkopf kann man doch selbst instand setzen!

    Die Zylinderwand sieht oben am Rand echt schlecht aus.

    Ist es nur oberflächlich??

    Am besten bohren / hohnen, neue Kolben Übermaß!

    Lager neu, alle Dichtungen!

    Kurbelwelle denke ich ist nichts dran da in der Regel der Ölfilm auch Jahre übersteht.

  • Hallo,

    Also, man sieht an den Kolbenböden, unterschiedliche Brennrückstände. Da würde ich mir die Ventilsitze, und Ventile genau anschauen! Die Zylinder- Laufbahnen würde ich erstmal mit feinem Flies bearbeiten, und dann genau anschauen! (Riefen? Hohnschliff?) Auch die Lauffläche der Kolben genau anschauen! Kurbelwelle raus, und die Lagerfläche anschauen. Lagerschalen natürlich “Neu“ !

    Sowie auch Kolbenringe!

    Das gleiche bei den Pleuel.

    Gruß Harry