Hallo aus der Versenkung! 
Wer denkt, dass mein E21 in den letzten Monaten unbewegt in der Garage stand und es daher nichts zu berichten gab, irrt. Und zwar gewaltig. Daher hier eine möglichst kurze Zusammenfassung, die dem Chaos aber nicht ansatzweise gerecht wird:
Ende 2024 haben mein Kumpel Max und ich den E21 für seine große Reifeprüfung gewappnet - die British Odyssey, als Ersatz für den großen Regularity-Klassiker LEJoG. Ums kurz zu machen: Wir waren schon bei den Vorbereitungen (Sperre, Unterboden, frische Bremse, haufenweise Kleinkram) unter Zeitdruck, landeten aber trotzdem pünktlich Anfang Dezember in Südengland. Gerade fegte der heftigste Sturm des Jahres über die Insel, als wir uns auf die Reise über 2.500 Kilometer von Land´s End bis hoch nach John O´Groats in Schottland machten - alles navigatorisch höchst knifflig, auf kleinsten Straßen, im öffentlich Straßenverkehr. Ja, sowas gibt´s nur im UK...
Das Abenteuer offenbarte sich als enorm herausfordernd, aber auch berauschend. Und am dritten Tag lag unser Team sogar auf Platz 3. Doch leider wurde uns dann sogenanntes Black Ice in einer Kurve am Loch Long in Schottland zum Verhängnis. Der BMW schlug spontan aus, und dann ein. Große Felsen am Wasser beendeten die Fahrt im nicht rettbaren Drift. Zum Glück: Kein Personenschaden, doch die Front war hin, das Auto unfahrbar, die Tour vorbei.
Weil wir nicht vollends aufgeben wollten, haben wir den BMW mit Hilfe einheimischer Freaks wieder provisorisch fahrbereit gemacht (angeblich mit einem alten Kühler von Motorradweltmeister Phil Read...) und sind dann noch ganz entspannt bis nach Hause gecruist. Auf dem Tacho standen am Ende gut 5.000 Kilometer, die Hälfte davon als schielendes Unfallauto. Alles in allem war es der krasseste, eindrucksvollste und in Summe perfekteste Trip aller Zeiten, trotz des Unfalls. Denn das Erlebnis der Tour wurde durch das Auf und Ab noch besonderer. Wer mehr darüber erfahren will kann zwei Stories in den Magazinen YOUNGTIMER und MOTOR KLASSIK nachlesen.
Wieder in Deutschland wurde der BMW begutachtet und erwartungsgemäß als rettbar eingestuft. Dank Vollkasko habe ich den Auftrag des Wiederaufbaus recht entspannt an Streiber & Beetz in Berlin erteilt. Die Reparatur inkl. Richten der gesamten Front war kein großes Ding. Doch wir entdeckten im entblätterten Zustand unfassbar viele Pfuschereien und Vorschäden eines früheren Lebens. Der Wagen fuhr lange in Paris...
Letztlich entschied ich mich, das Thema durch Erweiterung des Auftrags konsequent anzugehen. In anderen Worten: 3/4-Restarierung mit Beseitigung aller Rostprobleme (Schweller, Endspitzen, Front, Heck, Unterboden, Kofferraum, Scheibenrahmen uvm.) sowie früherer Unfallschäden, dazu Umbau der Front mit 25 mm tieferem Frontspoiler (aus Blech). Dazu gab es noch eine Karbon-Haube, denn gute Blechteile sind rar, teuer und schwer. Die Batterie kommt künftig in den Kofferraum. Weil ich innen - Fenster und Cockpit waren sowieso gerade demontiert... - noch einen neuen schwarzen Himmel und die alten Sitze aufpolstern lassen wollte, ist der E21 erst letzte Woche vom Lackierer/Polsterer gekommen (AM Autosattlerei, aka ArtOnClassic in Borkheide). Der Lack ist super geworden, die Polster-Arbeiten auch - von daher volle Empfehlung.
Jetzt geht es darum, dass Streiber & Beetz den Wagen wieder komplettieren. Das kann dauern, doch die Saison 2025 ist ja sowieso durch. Der Plan ist also, den Wagen im Frühjahr 2026 wieder fit zu haben, mit all den angedeuteten Verbesserungen. Derzeit bereite ich einen Alukühler zum Einbau vor (der M20B30 ist sonst am Limit) und renoviere den Heizungskasten. Die optisch stark gealterte Hinterachse liegt auch noch zur Überholung bereit. Zu tun habe ich daher genug, und zu berichten bzw. zu hinterfragen gibt es dann auch bald wieder einiges.
In diesem Sinne - wir lesen uns! 
Sven