Vorstellung 1976 BMW E21 mit M52B28 Motor

  • Moin Leute,

    ich bin der Daniel, neu hier im Forum und wollte meinen Wagen mal vorstellen. Habe mich auf Empfehlung eines Forum-Mitgliedes angemeldet, welcher mir Türpappen und ein Armaturenbrett verkauft hat. Habe letztes Wochenende einen BMW E21 BJ. 1976 für 6000€ erworben. Das Fahrzeug hat einen M52B28 Motor mit 5 Gang Schaltgetriebe aus'm BMW E36 325i verbaut. Ist auch tatsächlich alles eingetragen, hat noch 6 Monate TÜV und H-Kennzeichen. Kotflügel vorne rechts ist fertig, rechter Schweller hat etwas Rost und Kotflügel hinten rechts auch. Linke Seite sieht soweit gut aus. Geschwindigkeitsanzeige&Tankanzeige sind außer Funktion. Fahrwerk ist komplett durch und muss neu gemacht werden. Meine Frage wäre jetzt, wo die "versteckten" Rostquellen stecken? Fensterrahmen, unter den Chromleisten, Domaufnahmen?

    Ich freue mich auf eure Tipps, Anmerkungen und Gedanken

    Mfg Daniel :)

  • Technisch gesehen ein wirklich interessanter Wagen mit großartigem Motor und einer anscheinend besonderen Bremsanlage - kannst Du uns dazu weitere Infos geben?


    Die Karosse scheint wirklich grenzwertig zu sein. Offensichtlich wurde großflächig gespachtelt. Sonstige Schwachstellen sind recht schnell aufgezählt: ein E21 kann überall rosten. So einfach ist leider die Durchsage. Und nach ca. 30 Jahren kommen all die Sünden der verschiedenen Vorbesitzer dazu.

    So wie Dein Wagen aussieht würde ich ihn so gut es geht strippen und dann von einem Karosseriebauer begutachten lassen. Und nicht erschrecken, wenn er zu schwerem Gerät greift, um verdächtigen Stellen in der Tiefe des Geschehens auf den Grund zu gehen ...


    Ansonsten wünsche auch ich Dir ein herzliches "Willkommen" und wenn sich jemand ernsthaft an die Wiederbelebung seines Klassikers macht bekommt er hier die notwendige Unterstützung :zwinker:

  • Hallo,


    für mich fragwürdig wie der überhaupt das H bekommen konnte, und damit meine ich nicht den Motor. Motorhaube ist vorne eckig gespachtelt, dann Spiegel vom E3 oder E12, hintere Radläufe überlappen sich, so einen Mist habe ich noch nie gesehen.

    Evtl. hatte er am rechten Seitenteil einen Unfall, sonst wäre da nicht der Spachtel sichtbar. Und woanders wahrscheinlich auch.

    Woher soll der Tacho eine Geschwindigkeit wissen, wenn es dafür eine mech. Welle braucht aber das Getriebe keinen Anschluss dafür hat?

    Ich persönlich würde eine gute Karosserie suchen und dort die Teile einbauen, oder eben die guten Teile verkaufen oder aufheben und die Karosse auf den Schrott werfen.

    Tut mir leid, aber das wird eine Baustelle ohne Ende. Ich rede halt gerne Klartext, also nicht gleich beleidigt sein.

    Tschüß,


    Bernd

  • Moin,


    also das ist doch etwas hart von ein paar Fotos, die offenbar schlecht gemachte Karosseriearbeiten zeigen auf einen Schrottplatz würdigen Gesamtzustand zu schließen.

    Allein die (fragwürdigen) Eintragungen wird man ja so einfach nie auf eine andere VIN übertragen bekommen.

    Und wenn man schon auf einen solchen Umbau steht ist es allemal den Versuch wert dieser Karosse zu erhalten, was mMn sehr sicher möglich ist.


    Ich stimme sonst allen Kritikpunkten zu, mag auch die E12 Spiegel am E21 garnicht, aber das ist ja Geschmacksache.


    Komplett gagga ist aber natürlich, dass dem TÜV-Mann nicht auffällt und es dem Vorbesitzer auch offenbar egal ist, dass der Tacho nicht arbeitet. Ein absolutes nogo, was alleine schon die Legitimation der Eintragungen in Frage stellt.


    Ein Umbau auf einen elektronischen Tacho aus dem E30 ist aber machbar und empfiehlt sich hier, denke ich.


    Ansonsten halt schauen wie tiefgreifend man die Restaurierungsattacke angehen möchte. Gibt bestimmt einiges zu entdecken an dem Teil. In der Regel versteckt sich das aber nicht sehr erfolgreich. Boden zumeist vorderer Fußraum in den Ecken, Motorträger, Stehbleche der Dome, Frontmaske, Kofferraumboden, Radkasten hinten (oft komplett am Arsch).


    Für mich geht so etwas nur vernünftig oder gatnicht, aber es geht natürlich auch mit lokaler Herangehensweise. Bleibt jedem selbst überlassen.


    Viel Spa§ und Erfolg bei der Sache und nur nicht entmutigen lassen. Da sind schon ganz andere Kandidaten dem Pressensensemann entgangen ... 😁😁😁.


    VG


    Ingo

  • Moin Leute,


    danke für eure Antworten! Hab die Rücksitzbank ausgebaut und das sah soweit alles gut aus. Abgesehen von den Kotflügeln auf der rechten Seite hab ich bisher noch nicht allzuviele schlimme Roststellen gefunden. Unterboden sieht soweit sogar ganz gut aus, keine Stellen wo ich mitm Schraubendreher durch kam und konnte überall mitm Wagenheber ansetzen ohne dass es geknuspert hat :D Denke schon, dass sich da eine Restauration lohnt, die letzte ist schon 20 Jahre her und passierte zusammen mit dem Umbau. Der Tacho hat laut Ex-Besitzer bis vor einem Jahr funktioniert, es ist nämlich der Tacho aus'm e36 verbaut der ja perfekt zum e36 Motor und Getriebe passt. Plan ist, das Ding erstmal aus'm Anzug zu hauen und zu gucken was gemacht werden muss. Also alles komplett blank machen. Ich möchte das Fahrzeug in den nächsten 6 Monaten TÜV-fertig bekommen. Hab einen Kollegen der Karosseriebauer ist, der guckt sich das dann an. Meinen ehemaligen e36 hat er für 1000€ komplett geschweißt und da konnte man durch den Boden gucken und so schlimm wie der e36 ist dieser E21 nicht. :D Der E21 ist natürlich eine Herausforderung, aber nichts ist unmöglich. Eine andere Karosserie werde ich mir daher nicht zulegen. Hab auch eine Menge an Ersatzteilen mitbekommen. Nieren, Motorhaube, Kotflügel, Kofferraumklappe, Scheinwerfer, Rückleuchten, 4 verschiedene Tachos, alles mögliche an Dichtungen für Fenster und Türen. Machen werden wir das alles in einer Halle von einem Kumpel und das meiste werden wir selbst machen. Lediglich das Lackieren kann ich nicht selbst übernehmen, aber das passiert ja sowieso erst wenn der fast Wagen fertig ist.

    Bezüglich des H-Kennzeichen: Der Verkäufer meinte was von 20 Jahre Regelung, aber habe da leider keine Ahnung von und kann die Aussage nicht bewerten. Selbst wenn er das H Kennzeichen verliert ist das für mich kein Beinbruch.

    anderl Ich weiß leider nicht was das für eine Bremse ist, werd ich mir morgen genauer angucken und dir bescheid geben. Von Girling hab ich noch nie was gehört, kenne nur Gerling.

    Werde morgen eine Menge Fotos machen und posten und dann könnt ihr euch wahrscheinlich einen besseren Eindruck verschaffen. Aber abgesehen von dem durchgenudelten Fahrwerk fährt und schaltet der Wagen wirklich gut.


    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel :)

  • Hallo Daniel,

    mit den Infos aus Deinem letzten Posting sieht die Situation schon deutlich positiver aus.


    Mit dem M52-Motor wirst Du Dich allerdings darauf einstellen müssen, kein H-Kennzeichen zu bekommen. In Bezug auf den Motor sind nämlich nur Motorvarianten zulässig, die "zeitgenössisch" sind, das heißt solche Motorvarianten, die zur EZ in 1976 verfügbar waren. Das wären also die damals erhältlichen M10 und M30 Motoren, bzw. der S88.

    Darüberhinaus nur solche Umbauten, die innerhalb der ersten 10 Jahre nach EZ erfolgt sind. Ob man auch die theoretisch möglichen Motoren dazurechnet, die innerhalb der ersten 10 Jahre möglich gewesen wären, ist so eine Grauzone und liegt im Ermessen des Prüfers (das "20-Jahre"-Gefasel des Verkäufers kannst Du vergessen). Ich denke hier an die M20-Motoren. Streng genommen wären hier also maximal die Motorvarianten M20 bis einschl. LE-Jetronic möglich, die BMW bis 1986 angeboten hat (z.B. 323i 150 PS aus dem E30).


    Was definitiv gar nicht darunter fällt sind daher die Nachfolgegenerationen ab M50 aufwärts. Diese sind im E21 nicht H-konform. Es liegt also an Dir was Du möchtest: einen E21 mit H-Kennzeichen, dann aber mit anderem Motor oder Du legst den Schwerpunkt auf eine echte Spaßmaschine und Du lässt ihn drin. Dann würde ich mir aber den dazugehörigen Kat eintragen lassen und Du zahlst wenigstens den ermäßigten Steuersatz. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist die Getriebeabstufung des E36-Getriebes, die im 5. Gang der Abstufung des E21 4-Gang-Getriebes (also 1:1) entspricht. Das ist zum Beispiel eine der weiteren Voraussetzungen zur erfolgreichen Eintragung des Katalysators. Unbedingt notwendig ist in diesem Zusammenhang auch die Beratung durch den TÜV im Vorfeld der Restaurierung, um eine evtuelle Eintragung des Kats erfolgreich werden zu lassen. Dazu gehört ein Prüfer mit wohlwollendem Verständnis, der Dich nicht abwimmelt, sondern positiv gestimmt zuarbeitet.


    Viel Erfolg! :zwinker:

  • anderl Danke für deine Rückmeldung!

    Ohne H Kennzeichen kann ich leben und ohne Kats auch, das bisschen mehr an Steuern bringt mich nicht um. Motor lasse ich also definitiv drin. Das Auto wird zu einem kleinen Spaßmobil umgebaut :) Den M52B28 finde ich einfach zu gut um den durch einen älteren, weniger leistungsstarken Vergasermotor zu ersetzen. Montag wird meine erste Anlaufstelle der TÜV sein und dann klär ich da mal ab was die davon so halten. :)

    Aber vielen Dank für die ganzes Infos, einiges davon wusste ich noch gar nicht. :)

    Mfg Daniel

  • Nun das kann man sehen wie man will! M50/52 war glaub ich ab 1990 zu erwerben!?

    Also umbau E21 möglich, macht aber das Fahrzeug damit nicht besser. Aber das ist in diesem fall wohl auch egal.

  • Moin,


    wenn du hier guckst wurde der M52 ab September 94 im e36 verbaut und der M50 seit der Vorstellung des e36 im August 1990. Wenn man dann den Bauzeitraum des e21 bis Dezember 1983 mit den letzten 315 zu Grunde legt klappt es immernoch nicht mit der "10 Jahres Regel" für das H-Kennzeichen. Mit M50 Motor müßte es bei einem späten e21 und einem "wohlwollenden" Prüfer mit dem "H" klappen. Da es den M52 nicht im e34 gab sondern erst im e39 wird es auch mit einem M52 nix mit einem früheren Baujahr, aber wenn schon alles eingetragen ist.:floet:


    VG,


    Volkert

  • Hallo Daniel.


    Endlich mal ein E21 fast wie meiner. Ich habe einen mit M50 2,5l TU und habe auch das E36 5 Gang mit 1:1 im 5ten. Hinterachse habe ich auch 3,38:1. Ist vom 2002 Turbo. Also meiner geht sehr gut und ca. 220 km/h bei 6700/min. Ich finde das reicht und der Anzug ist sehr giftig. Der Motor hängt sehr gut am Gas. Also Spaß machen tut das schon.

    Tacho habe ich komplett aus VDO Instrumenten selber gemacht mit Geschwindigkeitsabgriff an der Hinterachse.


    Viel Spaß mit deiner Restaurierung. Das lohnt sich auf jeden Fall.



    Gruß

    Joti

  • Moin Leute,

    hab den Wagen heute aus Quickborn abgeholt und bin ihn 200km nach Cloppenburg gefahren. Wollten den Wagen eigentlich heute auf die Bühne bekommen aber das war zeitlich nicht mehr drinnen heute. Aber ich habe interessante Infos: Der Wagen stammt aus Indonesien und wurde 2019 das erste Mal in Deutschland zugelassen. Der Block ist ein M50, alles andere M52B28. Daher funktioniert das auch wohl mit dieser X-Jahre Regelung. Die Wand zum Kofferraum hin hat man anscheinend fix abgetrennt um da einem Subwoofer zu verbauen. Aber rosttechnisch überraschend gut soweit ich das bisher sehen konnte. Aber morgen kommt der Tag der Wahrheit. :)

    Mfg Daniel

  • In dem letzten TÜV-Leitfaden zur H-Begutachtung wurden die Bestimmungen zum Motor offensichtlich verschärft.


    Ich copy und paste:


    3.2.3. Motor und Antrieb

    3.2.3.1. Motor

    Nur Originalausführung oder Motor aus der Fahrzeugbaureihe zulässig.

    Motor-Peripherie: Nur Originalbaugruppen (z. B. Gemischaufbereitung) oder zeitgenössische

    Änderung mit Werksfreigabe und/oder Prüfzeugnis zulässig.

    Bei Nachrüstung mit Abgasreinigungssystemen gelten die Anforderungen

    der 52. Ausnahmeverordnung zur StVZO.

    Nachbau der Abgasanlage in Edelstahl nur ohne Verschlechterung des Abgas- und

    Geräuschverhaltens zulässig.

    Nachrüstung einer Gasanlage nur zulässig, wenn innerhalb der ersten 10 Betriebsjahre

    erfolgt oder zeitgenössisch nachgerüstet.

    3.2.3.2. Getriebe

    Nur Originalausführung oder Getriebe aus der Fahrzeugbaureihe zulässig.

    3.2.4. Bremsanlage

    Nur Originalausführung oder Anlage aus der Fahrzeugbaureihe zulässig.

    Zeitgenössischer Umbau von mechanischer auf hydraulische Betätigung.

    Umbau Einkreis- auf Zweikreisanlage zulässig.


    Wenn es der Prüfer genau nimmt wird es verdammt eng ... trotzdem viel Erfolg :dance:

  • anderl

    Ah Mist, trotzdem danke für die Info. Vielleicht habe ich ja Glück beim TÜV, wenn nicht muss man halt damit leben. Dass das Auto so lange in Indonesien unterwegs war erklärt eventuell, dass der Wagen nicht so verrostet ist. Einige sehr schlechte Karosseriearbeiten mit Spachtel entdeckt, aber wenig Rost. Innenraum ist komplett rostfrei, haben schon alles durchgesehen. Morgen weiß ich dann auch wie der Unterboden aussieht, da drück ich mir selbst mal die Daumen und hoffe darauf, dass ich nicht allzuviel böse Überraschungen finden werde :D


    Was die Bremsen angeht weiß ich nun genaueres: Die Bremsanlage hinten ist komplett vom E21 323i, die Scheiben vorne sind ebenso vom e21 323i, der 4 Kolben Sattel vorne ist vom e36 323ti.

  • Hallo,


    ich bin´s wieder, der Nörgler. Der Motor ist ein M50 vor TÜ oder TÜ, sehe ich nicht richtig wegen der Motorhaube. Sauganlage ist M50. Kopf M50 TÜ und M52 vor TÜ sind identisch, kannst also auch einen originalen M50 TÜ drin haben.

    Zum Vergleich Bild meines ex 520i E34 ist leider zu groß, kann ich Dir aber gerne per Mail schicken wenn Du mir eine PN mit Mailadresse gibst.

    Oder kannst auch mal ein Bild von der anderen Motorseite einstellen, damit ich sehe ob ich Mist geschrieben habe?


    Tschüß,


    Bernd