320/6 Alpina , Bj. 11/77 mit 2,8l und K-Jet

  • das mit dem fetter Einstellen ist halt so eine Sache. Beim Beschleunigen bzw Volllast möchte man einen Lambdawert von unter 1,0 haben. Bei wenig Last lieber 1,1. Ansonsten geht der Verbrauch zu hoch und der CO im Standgas ebenfalls.


    Da das mit einem einstellbaren Druckregler für den Steuerdruck der K-Jet kaum vernünftig zu bewerkstelligen ist, mußte ich erstmal einen funktionierenden Warmlaufregler finden. Da aber alle, die ich hate, keine vernünftigen Werte abliefern, mußte ich anfangen zu zerlegen.
    Dazu habe ich mit einen Rep-Satz besorgt, den ich aber kaum benötigt habe, weil eigentlich alles top aussah. Eigentlich fragt man sich, warum das Ding nicht funzt...



    Es gibt übrigens 2 verschiedene WLR.
    Den Linken kann man von unten mit einen Imbus einstellen indem man ein Loch in die Kupferkapsel bohrt (hier bereits geschehen).


    Aber hier nun das eigentlich Problem, wenn ein WLR nicht regelt, sondern praktisch nur den Systemdruck aus Steuerdruck erzeugt.

    Das Sieb im Eingang sieht meist sehr sauber aus, was aber nichts bedeutet.
    Es besteht aus mehreren Schichten, die nach innen hin feinermaschiger werden. Dort setzt sich dann Dreck ab und es ist alles total verharzt.

    Ich habe die inneren Schichten einfach weggelassen, weil sie nicht mehr zu retten waren.


    Nach Zusammenbau hatte ich dann einen WLR der seine Aufgaben erfüllte und auch einstellbar war.

    Damit ich den Steuerdruck auch wärend der Fahrt beobachten kann, habe ich mir noch eine Benzindruckanzeige eingebaut und den Geber in die Steuerdruckleitung gesetzt:


    Nachdem ich dann noch ein Fläschchen Injektion-Cleaner in den Tank geschüttet habe, war nach 100km auch das Standgas schön sauber...

  • mittlerweile läuft der Gute schon sehr zufriedenstellend...
    Sauberes Standgas mit 3% CO... naja, ok

    Einwandfreies ruckelfreies Fahren in allen Drehzahl und Lastbereichen.


    Allerdings hatte ich noch einen Lambdawert von 1,04 bei 4000 U/min unter Volllast.
    Das ist zwar schön sparsam, aber irgendwie nicht Leistungsgerecht.

    Wie bekomme ich da also mehr Sprit ins Gemisch?

    2 Ideen hatte ich da...

    1. eine Bypassleitung zum WLR mit einstellbaren Benzindruckregler, die durch ein elektrisches Benzinabschaltventil geöffnet wird und den Steuerdruck dadurch weiter senkt. Das ganze gesteuert durch einen Taster an der Drosselklappe.

    2. das Kaltstartventil nutzen


    Mit dem Kaltstartventil wäre der Aufwand wesentlich geringer, aber ist die Menge groß genug?

    Also erstmal einen Boost-Taster in die Mittelkonsole gelegt, der das KSV öffnet.


    Nun... bei Vollgas geht der Lambdawert von 1,04 auf 0,97 und es ist ein deutlicher Leistungszuwachs zu spüren.

    Vielleicht wäre noch mehr wünschenswert und evtl. über ein zweites KSV zu erzielen.

    Aber da ich mir einen Mengenteiler vom MB 280e bei ebay geschossen habe, will ich den erstmal testen, bevor ich da weiter optimiere.


    Allerdings habe ich jetzt erstmal einen Taster an die Drosselklappe gebaut, der bei Vollgas das KSV ansteuert. In der Mittelkonsole ist jetzt ein Schalter, der die Funktion aktiviert.


    Ein erstes Nachtanken ergab übrigens einen Verbrauch von 11 Litern. Was mir für die ganzen Testfahrten ganz OK erscheint...


    Gruß Ekki

  • zuletzt hatte ich den Warmlaufregler auf den Sollwert von 3,7 bar Steuerdruck eingestellt.

    Damit lief der Motor einwandfrei und sparsam in allen Bereichen. Nur unter Volllast war es viel zu mager.

    Bevor ich es jetzt mit der Bypassleitung versuchen wollte, habe ich den Mengenteiler vom W116 280SE probiert.

    Den mußte ich von den M10x1 mm Anschlüssen umrüsten auf die von BMW benutzten M8x1 mm.

    Die einzigen Reduzierhülsen, die ich gefunden habe, kommen aus dem Elektrobereich und sind aus Messing. Nennen sich Reduzier-Trompetennippel:rol:


    Ansonsten ist der MT eigentlich Baugleich, wenn auch auch aus Alu und somit viel leichter...



    Ich hatte Glück und der MT tat ohne Beanstandungen seinen Dienst...

    Und... ja, ein deutlicher Unterschied war festzustellen. Alle Werte waren vergleichbar mit dem MT vom 323i, aber unter Volllast habe ich das erhoffte fettere Gemisch.

    Hier mal die Vergleichswerte zusammen gefasst:


    Die zusätzliche Benzindusche über das KSV werde ich aber belassen.

    Ich denke, damit ist das Thema Motor so ziemlich abgeschlossen... kann man so lassen:smile

    Der MT vom 323i kommt also mit mehr Hubraum nur mit einem geringeren Steuerdruck klar. Dadurch wird der Verbrauch aber insgesamt angehoben, was man ja nicht unbedingt will.




    Hier noch ein kleines Video:

    https://www.e21-board.de/wbb/piggs/ekki/alpina/testfahrt.mp4


    Gruß Ekki

  • Hatte heute das Vergnügen, das Teilchen in Natura zu sehen! :good:

    Respekt Ekki, in welche Bereiche du da experimentierst!

    Ähnliche Gedankengänge hatte ich auch schon, welche aber bei 2,3 L nicht so ausschlaggebend sind. (immer noch ein bisken was rauskitzeln)

    Ist es aber nicht so, das das Kaltstart-Ventil, für längere Benutzung nicht geeignet ist? ( 3 Sek. bei Kaltstart)

    Könnte es da nicht durchbrennen, oder anderweitig schaden nehmen?

    Aber saubere Arbeit! :)

    Gruß

    Harry aus essen

  • Jetzt habe ich auch gefunden, wo steht, daß das Kaltstartventil bei längerer Benutzung Schaden nimmt.
    In Korbs "Jetzt helfe ich mir selbst":


    Ich gebe zwar gerne mal Gas, aber 15 min Vollgas dann doch nicht :shock Auf welcher Autobahn kann man noch 15min über 200 km/h fahren?

    Gruß Ekki

  • Hallo Ekki ich finde das sehr bemerkenswert,was Du da mit der K jetronic auf die Beine gestellt hast und erinnert mich an meine ersten Versuche mit der K Jet Mitte der 90iger.Ich hatte damals einen 3,0l M20 mit 288er Nocke verbaut und den Plan den mit der K jet zu befeuern .Um ordentlich fettes Gemisch bereit zu stellen hatte ich damals den einstellbaren Warmlaufregler vom Ford Siera 4X4 verwendet und bin mit 2,6bar Steuerdruck gefahren.leider sehr zu lasten des Spritverbrauches ,der sich dann so bei 15l einpendelte.

    Der Motor leistete auf einem Bosch Pruefstand 208Ps leider konnte er oberhalb von 6000U 7min keine vernünftige leistung mehr abgeben,was wohl auch dem kleinem Saugrohr und der kleinen Drosselklappe geschuldet war,habe dann entnervt aufgegeben und auf 44er weber idf umgebaut.jetzt hätte ich fast Lust das mit meinem heutigen Wissensstand nochmal zu versuchen,zumal es ja möglich ist den serienmässigen 323i mengenteiler für mehr Leistung ein zu stellen.Hatte da schon ein Telefonat mit dem Dr. Mengenteiler aus dem Netz ,soweit so gut viel Spass beim Fahren.....

  • johhh.... Danke für die Blumen
    In den 90ern waren aber auch ganz andere Vorraussetzungen.

    Kein Internet, wo man sich schlau machen konnte, um nach Lösungen zu suchen. Auch das Teileangebot war so nicht gegeben. Da hat man es heutzutage ja geradezu einfach.

    Mit 15 l Verbrauch könnte ich nicht leben. Wenn man die Leistung abruft, dann ist klar, daß auch entsprechend Brennstoff nötig ist. Aber beim Normalbetrieb würde ich schon gerne unter 10 l bleiben...

    Mit der Lambdaanzeige ist ein Prüfstand fast nicht mehr notwendig. Es sei denn, man will die Leistung beziffert haben.

    Mit der Drosselklappe vom 323i muß ich mal schaun, ob das reicht. Es gibt ja noch eine Möglichkeit sie bei WHC - Racing von 57 auf 60mm erweitern zu lassen. https://www.facebook.com/whcracing/
    Ob dann allerdings der Durchgang zum Luftfilter noch ausreicht?

    Am Montag wird der Wagen richtig zugelassen und dann kann ich auch mal größere Testfahrten auf der Autobahn machen.