Motorrevision am 320/6

  • danke:good:

    ...das leben ist zu kurz um scheiss autos zu fahren...


    Homer J: E21 320/6 Bj. 10/81 zypressengrünmetallic
    Friedhof: E21 320/6 Bj. 3/79 Automat topasbraunmetallic
    Hai: E21 323i Bj. 5/78 arktisblaumetallic


    *1954 *1974 *1990 *2014

  • So weiter gehts mit einem kleinen Exkurs in Richtung Ölpumpe....


    Ich habe letztes Jahr schon einen 320 Motor repariert. Dieser hatte einen fresser der Nockenwelle.

    Der ausschlaggebende Punkt war wohl das oben im Kopf kein Öl angekommen ist, da die Ölpumpe riefen in Gehäuse und Zahnräder gezogen hatte.

    Ausserdem nutzen die Zahnflanken nach einer bestimmten Zeit ab. Dieses lässt sich leider nur messen. Daher kann ich da auch kein Foto von zeigen.

    Dadurch gab es bei richtig heissem Öl wohl zu wenig Öldruck.


    Aufgrund dieser Erfahrung, würde ich dazu raten die Ölpumpe bei Motoren mit doch schon einiges an Laufleistung durch eine neue zu ersetzen.

    Die ist zwar teuer, aber auch das wichtigste Bauteil in eurem Motor.


    Hier mal ein Foto dazu:


    Unten sind die Zahnräder meiner neuen Ölpumpe

    Oben die aus meiner Ölpumpe (192000 KM Laufleistung)

    Rechts die aus der Ölpumpe mit dem defekt.



    und hier ein Foto des Gehäuses:

    Hierbei handelt es sich um meine alte Ölpumpe, man kann gut die Spuren der Abnutzung erkennen.



    Hier das Neue Gehäuse mit Montierten Zahnrädern



    Das Überdruckventil habe ich auch gleich mit neu gemacht. Ist jetzt wohl nicht unbedingt dringend nötig. Vor allem nicht das Gehäuse. Aber bei dem Geld das in den Motor gegangen ist kommt es da auch nicht mehr drauf an...



    So sieht das ganze Ding dann fertig montiert aus:



    Weil die Antriebswelle am 6 Kant auch etwas vernudelt war. Gab es diese auch neu. Samt Anlaufscheiben oben und unten.



    und fertig montiert:

    Die Welle hängt noch etwas nach unten, da ja der Zündverteiler noch fehlt.



    Ölwanne drauf (hab leider nur so ein unscharfes Foto)



    der nächste Schritt war dann meinen Montagebock etwas umzubauen und den Block umzudrehen.


    Als nächstes kam dann die Kopf Dichtung drauf. Da ja vorher der Block und auch der Kopf geplant wurde, gab es eine Dichtung im Übermass:



    Und dann Kopf drauf und Schrauben anziehen:



    So und damit bin ich auch schon wieder bei 10 Fotos angekommen...

  • Dann ging es weiter mit den Anbauteilen, Kraftstoffpumpe, mit Isolierstück und Stössel und Zündverteiler. Ebenfalls alles Neuteile.


    Zu der Dichtung von dem Isolierstück kann ich noch einen kleinen Tipp geben. Mit der Papierdichtung werden die nie dicht. Warum auch immer. Also entweder mit etwas Wunderpaste, oder wie in meinem Fall eine andere Dichtung basteln. Ich habe Spezielles Dichtungspapier aus weichem Teflon genommen. Das ist sau teuer aber wiederverwendbar und auch 100% Dicht.



    weiter ging es mit der Stirnseite, Wasserpumpe und Spannrolle für den Zahnriemen:




    Zahnriemen drauf und Stehbolzen im Kopf montiert. Im Nachhinein kann ich mich ärgern, dass ich nicht in jede Bohrung einen Helicoil Einsatz gesetzt habe. Denn das wurde hinterher bei eingebautem Motor noch zu einem kleinen Problem.



    Schwungrad dran:



    Deckel drauf und Dichtungen für die Ansaugbrücke drauf, Kupplung montiert, vorderes Schutzblech, Verteilerkappe:



    Ansaugbrücke, Ölrücklaufrohr:



    Dann folgten: Anlasser (leider habe ich den nicht neu gemacht da ich ihn vor 2 Jahren überholt hatte, habe ihn daher nur gereinigt. Gestern ist er dann verreckt...), Lichtmaschine (Ebenfalls noch die alte, kommt auch neu da die Ladekontrolleuchte nicht funktioniert. Hier hatte ich nur das Lüfterrad und Riemenscheibe neu verzinken lassen), Servopumpe, Thermostatgehäuse samt Thermostat, Gasgestänge, Schlauch für Heizungswärmetauscher, Ventildeckel lackiert mit Kreusellack (wirkt irgendwie etwas fleckig auf dem Foto, sieht real besser aus)



    Hier das ganze von vorne, montierte Riemenscheiben, Halter, Keilriemen, Zündkabel:



    Vergaser Isolierflansche, Vergaser und restliches Gasgestänge montiert, ebenfalls gab es einen neuen Kurbelwellensensor:

  • Die Bilder von deinem Öl-Überdruckventil machen mich aber stutzig, denn meins sah irgendwie anders aus.

    Ich kann mich nicht an den brünnierten Sechskant am Ende erinnern...


    Hat jemand einen Überblick über eventuell verschiedene Typen in den M20 Generationen?

  • Um das Brünnieren ging's mir gar nicht; bei mir sieht die ganze Geometrie anders aus.
    Hab recherchiert und es scheint wirklich verschiedene zu geben:

    Eins ist komplett und irgendwie verpresst (19; das hab ich)

    Das andere ist geschraubt (21 - 24; das hast du)


    2020-06-03 08_03_35-Window.jpg


    Gruß,

    Balthi

  • Ah interessant.


    Ich dachte auf der Zeichnung immer das die 19 das Teil komplett zusammen gebaut ist und man das dann als Einheit bestellen kann.


    Also das 20 bis 24 zusammengebaut nr 19 ergeben.


    Dann kann ich schonmal weiter ergänzen, dass es wohl nichts mit Facelift und vor Facelift zu tun hat. Der Motor den ich letztes Jahr gemacht habe war ein Facelift und da war auch das drin was ich habe.

  • Vielleicht alter Fundus in der Werkstatt, wer weiß...


    Hier der Link zu besagtem Thread.


    Auf die Version wird dort nicht näher eingegangen. Der E30 hatte meines Erachtens aber immer das 19er Einheitsventil.

    Einer der Jungs beschreibt eine ausgenudelte Feder (Sollmaß 44mm) und einen klemmenden Kolben.

    Wie auch immer er das Ding auseinander bekommen hat.

  • So weiter gehts mit dem Getriebe.


    Hierbei habe ich eigentlich nicht so viel gemacht.

    Erstmal gereinigt



    Leider hab ich kein vorher Foto gemacht. Aber Ihr wisst ja sicherlich wie ein 40 Jahre altes Getriebe aussieht das fast 200.000Km gelaufen hat...


    Als nächstes Öl runter, und Gehäuse auseinander genommen.



    Das Chaos aus Werkzeug auf der Werkbank einfach mal ignorieren ;)


    Ich habe alles ausgiebig kontrolliert, einmal alles durchgedreht genau angesehen. Keine defekte erkannt. Das Getriebe lief auch immer einwandfrei. Daher habe ich mich dazu entschlossen es nicht komplett zu zerlegen und es einfach nur zu Reinigen.



    Was ich trotzdem noch neu gemacht habe, waren alle 4 Lager. Das eine ist beim Gehäuse auseinander nehmen kaputt gegangen, das andere fühlte sich komisch an und da hab ich die anderen beiden auch noch neu gemacht.

    Und weil ich keine Lust hatte das Getriebe nochmal auseinander zu nehmen kam etwas Angst Paste drauf ;)



    oberer Teil der Glocke wieder drauf, Lager montiert:



    Neuen Wellendichtring, O-Ring, Hülse, neues Ausrücklager und Halter montiert



    Abtriebsseite:

    Hardyscheibe hatte ich vor etwa 1500Km Neu gemacht. Also einfach nur nochmal eben gereinigt, darunter, neuer Wedi, Papierdichtung darunter, dann den Dichtring der Schaltwelle, das Gummilager an der Schaltwelle, und die Gummihalter des Schaltgestänges habe ich ebenfalls erneuert




    Dann kam dieser Patient:



    Mir ging es tierisch auf den Keks, dass der Schaltknauf immer gewackelt und sich gedreht hat. Man hätte natürlich auch einfach neue Gummis einbauen können. Aber man kann es natürlich auch richtig machen



    Also einmal gestrahlt und ab zum pulvern damit


    Gummis und die Halbschalen oben und unten der Schaltstange auch neu.

    Das untere Lager gibt es leider nicht einzeln. Aber meins war auch noch gut.





    weiter gehts gleich. 10 Fotos sind erreicht....

  • Schaltgestänge montiert Das Oberteil zu montieren ist echt ein scheiss gefummel...


    Schaumstoff, Gummidämpfer neu, Stange und Winkel verzinkt.





    Tja, und wie man auf den Fotos sieht, habe ich das Kabel vergessen.... Das ist mir leider erst aufgefallen als alles im Auto verbaut war...


    Ja und dann musste der Motor aus dem Keller raus... Ja ich weiss, wer schraubt auch schon einen ganzen Motor im Keller zusammen...

    Aber die Werkstatt ist nunmal unten. Also habe ich mir 2 Kumpels, 2 Fette Balken, 2 Baustützen und 3 Kettenzüge geschnappt und wir haben das ganze hoch gezogen. Leider haben wir von der Aktion keine Fotos gemacht...


    Draussen dann das Getriebe an den Motor ran gebaut und erstmal das Gesamtwerk begutachtet:



    Auspuff ran:


    Das Wickelband wickeln ist echt ne Scheiss Arbeit... Vor allem wenn man auf dieses Glasfaser Zeug echt allergisch ist. Noch dazu verliert das schwarze Zeug bei Hitze die Farbe und wird weiss. Sieht nun scheisse aus... Muss mir mal überlegen wie ich das wieder schwarz bekomme...




    Weiter ging es mit Vorbereitungen in der Garage, Haltevorrichtung an der Decke für nen Hebezug gebaut und an einem Balken befestigt.


    Wo der Motor schonmal draussen war auch etwas den Flex und die Drahtbürste geschwungen und etwas alte Farbe erneuert.

    War zwar vom Prinzip her nicht schlecht, aber im Unteren Bereich ist mal Bremsflüssigkeit weg gelaufen und es sah halt einfach nicht mehr so ganz schön aus.

    Hab im Unteren Bereich alles bis aufs Blech abgeschliffen und dann im Bereich der Döme auslaufen lassen.



    Neu lackiert, und wieder zusammen gebaut.


    Die Übergänge unterm Wischwasser Behälter und Sicherungskasten habe ich nachdem die Farbe richtig durchgetrocknet war noch poliert. Wenn man es nicht weiss sieht man nun die Übergänge nicht mehr :)



    Maul auf:



    Meine beiden Helfer bei der Arbeit ;)



    Hat echt sehr gut geklappt den Motor so einzubauen. Einer hat den Kettenzug bedient und das Auto abgelassen, der andere hat oben geguckt dass alles passt und ich lag unten und habe geguckt.





    und das wohlverdiente Feierabendbier....


    Nein, die Aktion war nicht im Winter. Aber das Bier war quasi geschenkt im Getränkemarkt und schmeckt dazu auch noch gut ;)

  • geile Aktion:good:
    Aber da fehlt doch noch der Einbau des Achsträgers. Hast Du den Motor dafür an der Karosse aufgehangen?


    noch eine Frage. Warum eigentlich die Umwicklung des Fächers?

    Ich habe Fächer aus Edelstahl nun fast in allen meinen Autos drin, aber kann nicht behaupten, daß es dort irgendwo Temperaturprobleme gibt.

  • Moin Ekki,


    stimmt, hab ich ganz vergessen.

    Also aufgefangen war die Karosserie ja an den Aufnahmen des Stabis. Daher auch die beiden Aug Schrauben die unten raus schauen. Oben war das Gegenstück dazu mit einem Schlupp dran. Wir haben das Auto mit dem Kettenzug runter gelassen, bis es auf den Rollbrettern stand. Diese haben wir im Bereich der originalen Wagenheber Aufnahmen platziert. Das Auto wiegt ja vorne nichts ohne den Motor.

    Dann den Kettenzug im Motor eingehangen und den Motor hoch gehoben.

    Motorwagen drunter weg, Achsträger drunter Motor bisschen hin und her und auf die Lager, fertig.


    Und ja, das hat wirklich so einfach geklappt wie es sich anhört ;)

    Eigentlich wollten wir den Motor von oben rein hängen, aber bei ein paar Bier in der Garage ist uns diese Idee gekommen :smilie_prost:


    Den Fächer umwickelt habe ich, weil der 6 Zylinder ja doch schon echt Hitze unter der Haube produziert. Ich habe mir gedacht, dass ich so vielleicht ein paar Grad aus dem Motorrad raus bekomme. Ausserdem sagt man ja, dass die Abgase bei einem umwickelten Krümmer schneller fliessen. Keine Ahnung ob es wirklich was bringt. Aber die Kosten dafür sind ja auch überschaubar.

  • Motor von unten rein ist immer einfacher. Am Besten sogar direkt mit Achsträger.

    Ich glaube nicht, das die Umwicklung etwas an Leistung bringt. Bei einem Rennmotor vielleicht, aber nicht bei einem seriennahen Motor.

    Für frische Ansaugluft solltest Du allerdings sorgen.