Schlechter Kaltlauf und andere kleine Probleme

  • Hallo miteinander!

    Nach 15 Jahren Standzeit und diversen Reparaturen läuft mein '82er 315 wieder im großen und ganzen bis auf zwei Probleme:


    1. Schlechter Kaltlauf

    Wenn er über Nacht stand ist der Kaltlauf enorm schlecht. Er springt zwar auf Anhieb an, der Motor schüttelt sich aber als ob er nur auf 3 Zylindern laufen würde und er rußt enorm hinten raus. Nach 1-2 Minuten Fahrt läuft er dann aber wunderbar.

    Dichtungen, Flansch, Anreicherungsventil und Vakuumschläuche am Vergaser habe ich schon getauscht.

    Wenn man am Schlauch der Pulldowndose saugt, öffnet sich die Starterklappe. Kann die trotzdem hinüber sein?


    2. Lenkradruckeln

    Bei ca. 80/90 km/h fängt das Lenkrad recht kräftig an zu wackeln/vibrieren. Fährt man schneller oder langsamer hört es wieder auf und das Lenkrad bleibt ruhig.

    Reifen sind erst neu draufgekommen.


    Wäre dankbar über Lösungsvorschläge

    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo Michael,


    die Vergasergeschichte ist sicher im Kaltstartsystem zu suchen, die Starterklappe muss beim Start ein klein bißchen aufgezogen werden, wenn nicht -überfettet der Motor am Anfang total ( unrunder Lauf, Auspuffrußen usw. ) - 315 - Vergasertyp ?

    Ich hab einen 320/6 mit Solex 4A1 Vergaser und hatte wegen einem verstelltem Starterdeckel ( Thermostellmotor mit Bimetall und Wasserheizung ) genau dieselben Symtome.


    Zum Lenkradzittern bei 80 - 90 Sachen gibt es mehrere Möglichkeiten : Normal in diesem Bereich ist eine Unwucht oder Standplatten - aber bei neuen Reifen hinfällig, dann kommen nach 15 Jahren Standzeit mit ziemlicher Sicherheit festsitzende Bremskolben in Frage. Die Kolben sind wahrscheinlich festgerostet.

    Abhilfe - Reparatursatz kaufen ( mit Kolben ) und auch gleich neue Radbremszylinder für die Trommel hinten, die sind sicher genauso fertig.

    Zur Bremsenrevision gibt es hier gute Anleitungen.


    Nach der langen Standzeit werden sicher noch einige Überraschungen auftauchen ( Kupplungsnehmerzylinder undicht, Tank verrostet, Wasserpumpe leckt usw. Langweilig wird dir sicher nicht ! ).:shock:shock


    Grüße

    Günter

  • Im 315 werkelt ein Pierburg 1B2. Also mal den Starterklappenspalt kontrollieren?


    Bremskolben Scheiben und Beläge sind auch schon neu gekommen.

    Kupplung ist auch neu, Tank war zum Glück die Zeit über voll. Ist also schon einiges passiert. Nach mehreren längeren Probefahrten sind diese beiden Probleme halt noch "übrig".

    Danke schonmal für die Vorschläge.

  • Das Benzin ist noch das Alte?

    Na, da dürften sich alle Additive zersetzt haben. Würde das Benzin ganz sicher komplett tauschen, vielleicht gubt es auch „sonstige Ablagerungen“.

    Lenkradschütteln - wer hat ausgewuchtet? Ggf. bitten, noch einmal zu kontrollieren. Dabei würde ich einfach zusehen😜

    Grüße

    Manfred

    Die Unesco hat beschlossen: "Der E 21 ist ein schützenswertes Kulturgut, ihn gilt es zu erhalten" - und ich erhalte mit !!! :klap:

  • Hallo Michael,

    kontrolliere mal bei abgenommenem Lufi ob die Starterklappe erst schließt und beim Starten dann der Klappenspalt ( 4,5 mm ) vorhanden ist. Die Klappe muss leichtgängig sein ! Hast du ein Rep - buch für den M10 ?


    Wenn du den ganzen Bremsenkram eh schon erledigt hast, tippe ich auch auf Reifenunwucht.


    Grüße

    Günter

  • Benzin, Öl und Kühlflüssigkeit habe ich komplett abgelassen und getauscht.

    Zündverteilerkappe, Kerzen, Luftfilter sind auch neu.

    Habe Bücheli und Jetzt helfe ich mir selbst.

    Klappe ist eigentlich leichtgängig, den Spalt muss ich jetzt mal prüfen.

    Im Großen und ganzen läuft er bis auf die Kaltlaufprobleme ja recht gut.

    Ist jetzt auch schon über 1500km ohne größere Probleme gelaufen, musste bisher nur einmal den Keilriemen nachspannen.


    Grüße

    Michael

  • Ich hatte bei meinem 315 ein ähnliches Problem. Hatte mehrere Ursachen

    -Zündkabel (sind es wohl bei Dir nicht, weil neu)

    -Verteilerläufer und Kappe verschlissen (sind es wohl bei Dir nicht, weil neu)

    - Poröse Unterdruckschläuche (insbesondere der vom Verteiler zum Vergaser, sind bei Dir auch neu..)

    Zudem ein Wechsel von Bosch Zündkerzen auf NGK..die Bosch waren immer schnell verrußt..was hast Du verbaut?




    Und mit einem neuen Radsatz habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Reifen, obwohl sie vom Fachbetrieb aufgezogen wurden, total mies gewuchtet waren, das würde ich auch noch mal prüfen..

  • Die Zündkabel sind tatsächlich noch nicht neu, bei den Zündkerzen müsste ich jetzt nachsehen welche das sind. Habe aber nen ordentlichen Funken auf allen Kerzen...Müsste er dann aber nicht eigentlich immer schlecht laufen? Geht halt wirklich nur um die ersten 2 Minuten nach Kaltstart.

  • Witzigerweise habe ich bei meinem 315 genau die selben Probleme. Schlechter Kaltlauf und das Lenkradruckeln bei ca. 80/90 km/h....


    Ich habe den kompletten Ansaugtrakt neu abgedichtet und auf Undichtigkeiten überprüft, auch die Drosselklappenwelle.

    Alle Unterdruckschläuche wurden getauscht, die Zündkerzen (NGK), die Zündkabel, Veteilerläufer und -kappe sind auch neu.

    Der Vergaser an sich wurde ebenfalls komplett überholt. Also gereinigt, neu abgedichtet, alle Membranen erneuert und alle Grundeinstellungen nach originalen Pierburg Vorgaben vorgenommen.


    Wenn ich die Starterklappe über die Pulldowndose auf das Sollmaß von 4,5mm einstelle und den Starterdeckel auf Sollposition ausrichte, startet er zwar und geht auf 1300-1500 1/min, aber wenn er dann langsam die Drehzahl herunterregelt geht er nicht auf die Soll-Leerlaufdrehzahl sondern sackt einfach ab und droht auszugehen. Das Problem besteht dann bis der Motor ungefahr halbwarm ist...


    Mittlerweile habe ich den Bimetall-Starterdeckel leicht überdreht um das Öffnen der Satrterklappe leicht zu verzögern.

    Seither läuft er zwar durch bis er warm ist, aber ruckelt stark, besonders bei anfahren.

    Vermutlich bekommt er zu wenig luft bzw. die erhöhte Bimetall vorspannung macht der Pulldowndose zu schaffen.


    Ich überlege derzeit auf einen manuellen Chokezug umzubauen, was wiederum bedeutet das irgendwo im Innenraum ein loch gebohrt werden muss :shock

    Aber so kann es irgenwie nicht weitergehen. Wenn hierzu noch jemand Tipps hat wäre ich sehr Dankbar.

    Das Lenkradruckeln bekomme ich ebenfalls nicht in den Griff. Ich habe die Spurstangenköpfe, die Lenkgetriebeaufnahmen und die Stabilisatoraufnahmen im Querlenker gewechselt. Von den Felgen bzw. Reifen kann es auch nicht kommen, da das Problem schon bei mehreren Radsätzen auftrat.


    ... immer Ärger mit dem 315 ...

  • Zum Vergaser kann Ich dir leider nicht viel sagen außer das die Pierburgs auch schon vor 30 Jahren für ihre Anfälligkeit bekannt und berüchtigt waren. Zum Lenkradflattern: hast ja schon einiges gemacht. Spiel in den Kreuzgelenken der Lenkspindel? Gelenk/Hardyscheibe in der Spindel fest und unbeschädigt? Gruß Andreas

    Wenn ich will kann ich locker mit 8 Litern 100 km fahren. Aber was für eine Benzinverschwendung!

  • Hi Michael,


    Mir geht es genauso wie dir. Hab auch alles neu abgedichtet am Vergaser und alles korrekt eingestellt. Einzige Bauteile sind natürlich die mit den Dehnstoffelementen drin... da muss man ein Mittelmaß finden. Start vom Wagen ist super. Kurz erhöhte Drehzahl und dann sackt die schlagartig ab und der Motor ruckelt wie verrückt. Sobald der Wagen dann warm ist läuft er super. Aber bis die Tempnadel in der Mitte steht, dauert es ca 5 km und bestimmt mehr als 10 min. Ob das Normal ist weiss ich auch nicht.. überlege zur Zeit auch ob ich nicht mal auf das Weber 32/34 DMTL vergaser Replacement Kit mit Manual Choke umrüsten soll... das gibts ja direkt fertig als Ersatz für nen Pierburg 2b4... aber nen guten Erfahrungsbericht zu dem thema finde ich im netz auch irgendwie nicht... hast du da mehr infos?

    VG Thomas

    Mein E21:
    Baujahr 3/1982, 316 (1754 ccm), 66KW, Automatik, Opalgrün metallic, Vergaser: 2B4

  • Hi Michael,


    ich werde bei mir mal am kommenden Wochenende die Drosselklappenwellen des Vergasers mit neuen Laufbuchsen versehen. Ich hab vor 3 Tagen festgestellt, dass ich da schon ordentlich Spiel drin habe, welches ganz sicher über dem Wert von max. 0,15mm liegt. Neue Buchsen sind heute schon angekommen. Denke zwar das dass dann noch nicht alles gewesen sein wird, denn meistens ist bei ausgeschlagenen Drosselklappenwellen auch irgendwas am Maß der Drosselklappen und am Vergasergehäuse nicht mehr in Ordnung, aber wir werden ja sehen ob es was bringt. Hab zwar nen anderen Vergaser als du aber ich werde nach Revision mal ausführlich berichten.


    VG Thomas

    Mein E21:
    Baujahr 3/1982, 316 (1754 ccm), 66KW, Automatik, Opalgrün metallic, Vergaser: 2B4

  • Hallo zusammen,


    ich habe mittlerweile den Vergaser nochmals auseinander genommen und alles gecheckt.

    Vorallem das Dehnstoffelement und das elektrisch beheizte TN-Starterventil.

    Ergebnis: Funktionert eigentlich alles wie es soll.


    Da ich dann wirklich mit meinem Latein am Ende war, hab ich mal diverse "Vergaser-Fachbetriebe" angeschrieben und nach einer professionellen Überholung des 1B2 gefragt. Ergebnis: Aussagen wie dieser Vergaser sei „unreparierbar“ und „ab Werk schon fehlerhaft“.


    .... na danke...


    So wie es aussieht muss wohl was ganz anderes her. Nach der Aussage von Thomas hab ich mal nach Ersatzvergasern alla Weber 32/34 DMTL oder Weber 34-ICH geschaut. Gibt es hierzu vielleicht irgendwelche Erfahrungsberichte?


    Überm großen Teich gibt es eine Firma die solche "Weber conversion kits" anbietet. Aber anscheinend nur für BMW 2002:

    http://www.redlineweber.com/carb-kits/auto/bmw/


    Ich habe die Kollegen jetzt mal angeschrieben und gefragt ob sie auch für den 315 etwas anbieten können. Mal schauen was rauskommt....

    Auf alle Fall müsste hierfür die Bedüsung auf den M10 im 315 abgestimmt werden. Da bin ich mal wieder total überfragt :shock


    Eine ganz andere Alternative wäre noch der Umbau auf Einspritzer. Ich habe dazu mal auf der Veterama einen Stand von "AKI-Electronic" gesehen. Die bieten Umbauten auf Zentraleinspritzungen an. Im Prinzip wird hierbei der alte Versager als reine Drosselklappe benutzt. Das Venturirohr wird hierbei nicht mehr benötigt und sozusagen ausgefräst (= mehr Durchlass = mehr Leistung). In den Vergaser kommt dann noch eine einzelne Einspritzdüse zur Gemischbildung. Natürlich muss dann noch weitere Peripherie wie z.B. OT-Geber, Spritpumpe und Lambdasonde eingebaut werden. Alles in allem, also schon ein größerer Umbau der aber eine höhere Zuverlässigkeit und mehr Leistung zur folge hätte. Das alles wäre zwar nicht original aber man würde diesen Umbau kaum im Motorraum sehen.


    Habe die jetzt auch mal angeschrieben, was preislich für so etwas veranschlagt wird.


    Falls es vielleicht jemanden im Raum Karlsruhe gibt der mehr Ahnung von Vergasern hat wie ich, darf er gerne mal auf ein Bierchen vorbeischauen.

    Vielleicht ist der 1B2 ja doch noch zu retten und ich bin nur zu doof dafür...


    Grüße

    Dominic

  • Es tritt nur auf wenn der Motor kalt ist... auch schon wenn er nur 1-2 stunden stand... er springt zwar immer an, läuft aber nur circa 30-60 Sekunden und geht dann schlagartig mit der Drehzahl runter bis er aus ist.

    Man muss dann immer einen Gasstoß geben, damit der Motor nicht abstirbt. Hat der Motor jedoch mal eine gewisse Wärme erreicht, läuft er ohne Probleme...


    Der Fehler liegt irgendwo in der Kaltstart- bzw. Zusatzgemisch-Einrichtung....