Leerlauf macht mich verrückt

  • Hallo zusammen!


    Da mein eigentliches Vorhaben, nämlich endlich den richtigen Vergaser auf meinen Motor zu setzen, durch mein Studium bedingt nun doch bis zur Vorlesungsfreien Zeit warten muss, muss ich mich (hoffentlich ein letztes Mal) mit meinem alten Vergaser rumschlagen. Dieser hat nämlich einen echt bescheidenen Leerlauf. :wallbash: Wie das auf dem DZM aussieht könnt ihr hier sehen. Das "absacken" der Drehzahl kommt unregelmäßig und ist mal mehr und mal weniger. Länge der Fahrten verändert nichts....
    Mal abgesehen vom Leerlauf verrichtet er sein Werk allerdings gut. Bei höheren Drehzahlen, also auch beim normalen fahren, verhält sich alles wie gewohnt. Das Kerzenbild ist auch gut.
    Gemacht habe ich bis jetzt: Alle Unterdruckschläuche erneuert, die Luft-/Leerlaufdüse sowie die Zusatzluft-/Leerlaufdüse gereinigt. Habt ihr Ideen wo ich weiter machen kann?


    Gruß, Alex

  • Hallo,


    leider weiß ich nicht welchen Motor Du drin hast. Aber allgemein würde ich sagen, schau mal nach dem Drosselklappenansteller mit dem zugehörigen Schlauch oder nach dem Zündverteiler. Wenn bei dem die Fliehkraftgewichte klebrig sind spinnt auch der ganze Motor. Das kann man aber auch durch Anblitzen mit der Stroboskoplampe erkennen, dann wandert der Punkt immer hin und her bei gleichbleibender Drehzahl.
    Tschüß,


    Bernd

  • Falschluft kann der Versager auch ziehen, wenn zb die Versagerfussdichtung "gestorben" ist.


    Edit
    Auch die Dichtung zwischen Drosselklappenteil und Versagermittelteil mit einbeziehen.


    Warscheinlich ist dann dein "alter" Versager wieder wie "neu" :zwinker:
    Denn verrecken kann dort eigentlich nix, ausser die 2-3 Membranen, aber die sind leicht zu wechseln und auch nicht Kostenintensiv.

    Wenn ich langsamen Leuten beim langsam sein zugucken muss, dann krieg ich laute Weisse-Hai-Musik im Kopf.


    Die Elli: Ein 320/4 A, Bj.76 in Jadegrün
    Der Edgar: Ein 320/6 A, Bj.82 in Polarissilber

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  • Gerade das Video angeguckt...


    Mein Verdacht, da wirklich sporadisch, möchte ich mich meinem Vorredner anschliessen.
    Springt beim Ablitzen die Kugel hin und her, bei gleicher Drehzahl (sofern möglich), hat es dein Verteiler dahin gerafft.
    Wohl eher die Verteilerwelle, einen ordentlich Höhenschlag, sofern mit Unterbrecher. Mit Kontaktloser Zündung spielt das kaum ne Rolle.
    Es ist auch den Federn der Fliehkraftgewichte im Inneren des Verteilers grosses Augenmerk zu schenken. Sind diese Lahm (Wie kann man das je überprüfen und wo gibts neue?), bzw hängt die Fliehkraftmechanik, hast den Effekt auch.
    Bei Unterbrecher ist auch der Verstellung durch die Unterdruckdose wichtig. Gleitet die Kontaktplatte leicht ?
    Da kann sich nämlich auch Schmodder reinarbeiten.


    100% sicher und vom Fleck weg einwandfreie Abhilfe bringt nur ein neuer Verteiler, leider nich ganz billig.


    Sicher kann ein zerlegen, reinigen, testen, aus 2 mach 1, auch Erfolg bringen, so hab ich es ja auch geschafft.
    Es ist halt ein Gebastel und rentiert nur, wenn man das alles selbst machen kann, denn der Werkstattstundenlohn ist hoch.

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  • Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten!


    Entschuldigt bitte, dass ich vergessen hab zu erwähnen um welchen Motor es sich genau handelt... Es ist ein 316er aus 06/1982. Auf diesem sitzt der Pierburg 1b2.


    Zur Zündung: Verbaut ist meines Wissens nach eine kontaktlose TSZ. Überprüfen kann die leider nicht selber, habe die nötige Ausrüstung nicht. Darum werde ich mich erst einmal der Drosselklappe widmen und nochmal auf Flaschluft überprüfen.


    Ich halte euch auf dem laufenden :smile


    Gruß, Alex

  • Dann rate ich dir, wenn es soweit kommt, zu einem neuen Verteiler.
    Die Stundenlöhne in der Werkstatt würden dich sonst auffressen.


    Wenn du mit einem "Leckspray" (idr Bremsenreiniger) alles relevante absprühst, solltest du was finden.
    Findeste nix, dann isses keine Falschluft.


    Gebrauchte Zündzeitpistolen findest auch immer wieder in der Bucht.

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  • Zitat

    Ne Zündzeitpunktpistole ist für paar Euro zu haben. Kann dir auch meine
    leihen, kommst ja anscheinend aus Hamburg.

    Ist ja wirklich nicht so teuer wie gedacht. Werde mir die Tage eine holen. Bis nach Pinneberg ist's leider ne Ganze Ecke von Wentorf aus :zwinker:
    Eine Anleitung wie man das Ding dann bedient wäre übrigens echt hilfreich :floet:


    Der Vergaserfuß sieht soweit gut aus, ist auch vor knapp 3 Jahren erst neu gekommen. Hingegen nicht so gut sieht der Unterdruckschlauch von Ansaugbrücke zum Bremskraftverstärker aus. Der mit dem Rückschlagventil. Kann mir einer verraten wofür der überhaupt gut ist?


    Bezüglich des Drosselklappenanstellers hab ich mich dieser Seite bedient. Das Maß A in Bild 3 unter 2.1 stimmt, Maß B ebenso. Eine Handunterdruckpumpe habe ich natürlich nicht, auf Dichtheit prüfen war also nicht drin.


    Gruß, Alex

  • Ich habe meine Unterdruckpumpe immer dabei :zwinker:
    Wo ein Loch ist, kann man prima dran saugen :rol: , oder Blasen :shock:zwinker:


    Der Schlauch versorgt den Bremskraftverstärker mit Unterdruck, damit dieser damit auch den Bremsdruck verstärken kann.
    Und ja, der ist in der Tat nach 30 jahren hinüber, zumindestens ist die Warscheinlich sehr hoch und der Kostenfaktor dafür ist dagegen sehr gering.
    Wenn du möchtest, kannste das Rückschlagventil gleich mit ersetzen.


    Manchmal ist der Drosselklappenansteller auch einfach nur Schwergängig, also mehr, als die Feder im Inneren sowieso schon vorgibt, da hilft auf die Schnelle ein Spritzer Kriechöl.
    Aber erst mal dran saugen, Finger auf den Schlauch und gucken was er macht, nich das die Membran doch einen Riss hat.


    Guckste mal auf www.wallothnesch.com, oder beim Propellerdealer :thumpsUp:

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  • Naja ich wohne in Winterhude, der Wagen steht nur in Pinneberg.
    Aber ich denke das ist ne lohnende Investition.
    Bedienung ist einfach: An die Batterie und an das Kabel der ersten Zündkerze anschließen (das Sensorkabel funktoniert über Induktion) und dann auf die Riemenscheibe blitzen.
    Da sind 2 Makierungen drauf, zzp und ot. Für deinen Zweck ist es erstmal egal welchen du anblitzt. Am besten ne weiße Makierung drauf machen und dann gucken ob die Stelle bei gegebener Drehzahl konstant bleibt. Zum Einstellen musst du nochmal genau die Drehzahl rausfinden und es müssen die Unterdruckschläuche für die früh-/spät Verstellung abgezogen werden (zumindest beim 20/6).


    Dennis

  • Ich glaube das mit dem blitzen sollte ich hinbekommen :thumpsUp:
    ABER: Mir ist heute aufgefallen, dass wiederholtes (bzw.dauerhaftes) pumpen mit dem Bremspedal den Leerlauf stabilisiert. Das spricht doch für Falschluft bei dem Unterdruckschlauch zwischen Ansaugbrücke und Bremskraftverstärker. Der kommt also als erstes neu. Da kann ich doch auch Meterware nehmen, oder? Bei W&N kosten die 2 Stücke nämlich 24€...

  • Hi Alex und die Anderen,


    habe ein ähnliches Manko beim Leerlauf beim 1B2 - nicht ganz so heftig aber ich bin trotzdem am forschen.
    Kalt blubbert er etwas unruhig vor sich hin und wenn er warm ist merkt man nix.
    Pulldowndose ist neu (37 Euro beim Freundlichen) und das hat eine merkliche Verbesserung gebracht. Vergaserflansch ausgetauscht - nach 31 Jahren
    darf Gummi spröde werden. Alle Unterdruckleitungen abgesucht und nichts auffälliges bemerkt. Zündung ist so wie sie sein sollte.
    Ich überlege mir dem Versager ein Ultraschall-Spa zu gönnen um Ablagerungen zu entfernen - ans Innenleben traue ich mich noch
    nicht ran. Wenn´s weitere Prüfpunkte gibt bin ich sehr interessiert - ich möchte dass das Ding auch im Leerlauf schnurrt wie neu. :zwinker:


    Gruß Kai

  • Ein M10 4ender wird oberhalb der Getriebeglocke am Schwungrad angeblitzt, da ist ein kleines Ovales Loch und auf dem Schwungrad ist dafür eine Kugel / Stift eingebracht.
    Nur der M20 6ender wird vorne angeblitzt. :zwinker:


    Membranen aus Gummi trocknen alle aus und reissen dann sehr gerne.


    Einstelldrehzahl für einen 315 mit 1,6L und einem 1B2 Versager liegt bei 2300 U/min und der Unterdruckschlauch ist am Verteiler abzuziehen.
    Für einen 316 mit 1,8L und einem 2B4 Versager sollten es dann 2500 U/min sein und der U-Schlauch muss ebenfalls weg.


    Wenn am Bremsbedal gepumpt wird, entnimmst du durch die Betätigung jedesmal etwas Unterdruck und der Motor fettet an.
    Das ist quasi eine geplant und gewollte Unterdruckentnahmestelle.
    Wird auch so an der AU gemacht....


    Es könnte auch quasi ein Hinweis sein, das er im Leerlauf etwas zu mager eingestellt ist.
    In der Summe mit Falschluft gut möglich. Zudem ein eventuelles Zündungsproblem, das sammelt sich an...


    Türlich geht Meterware, auch billigster Gartenschlauch, sieht aber sch.... aus und is nich original. :zwinker:

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    Der Edgar: Ein 320/6 A, Bj.82 in Polarissilber

  • Es hat zwar ein wenig gedauert, aber nun bin ich endlich zum schrauben gekommen. Und siehe da, dass Problem war schneller behoben als gedacht. Als erstes den bei W&N neu bestellten Unterdruckschlauch zum Bremskraftverstärker gewechselt (inkl. Ventil) und die Karre schnurrt wieder wie am ersten Tag :klap:
    Das Abblitzen hab ich mir also geschenkt. Zum Glück hatte ich mir die Pistole nur geliehen :laie


    Noch einmal vielen Dank für die ganzen Tipps!


    Grüße, Alex