Billy's 323i Restauration

  • Jetzt wird mir einiges klar ……. und ohne vernünftiges Material geht nichts ….


    In den letzten 2 Wochen habe ich mich intensiv mit der K-Jetronic beschäftigt und ich glaube sagen zu können, dass ich nun ganz gut durchblicke.


    Ich habe mich gewundert, warum der Motor kalt wie warm hin und wieder wenigstens halbwegs ordentlich und dann wieder super schlecht angesprungen bzw. gelaufen ist. Manchmal konnte ich am gleichen Tag dieses komische Verhalten feststellen. Also habe ich mich zunächst an die elektrischen Komponenten gemacht und schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass das Diodenrelais defekt ist. Das neu bestellte kam jetzt nach ca. 3 Wochen endlich an (auch lustig, ein „Neuteil“ in OVP Made in Germany aus USA geliefert mit Produktionszeitpunkt 26. November 1983).

    Das alte Relais zog zwar an, schaltete aber nicht. Weil ich irgendwie Lust hatte, habe ich mir das alte Relais jetzt genauer angeschaut und jetzt kommts: Das Relais schaltet alle 10-20 Schaltvorgänge tatsächlich sporadisch und das war offensichtlich der Grund, warum das Startverhalten manchmal solala funktioniert hat…… da hat mich das Ding ganz schön aufs Glatteis geführt.


    Die einzelnen Komponenten hatte ich ja schon einzeln geprüft und nun mit dem neuen Diodenrelais nochmal getestet. Hier die Zusammenfassung:


    Kaltstartventil arbeitet und ist dicht - Check

    Zusatzluftschieber mit 12V am Stecker - Check

    12V am Stecker des Warmlaufreglers - Check

    Widerstand des Thermozeitschalters - Check

    0-Grad Schalter - Check


    Um die Drücke testen zu können, habe ich mir ein Test-Kit besorgt und zwischen Mengenteiler und WLR eingesetzt - das hat den Durchbruch gebracht.


    Systemdruck mit Unterlegscheiben am

    Systemdruckregler auf genau

    5bar eingestellt - Check


    Ich habe zwei Warmlaufregler und beide hatten im kalten Zustand 4bar Steuerdruck - das kann ja nicht funktionieren!

    Um den WLR vernünftig einstellen zu können habe ich zunächst eine Modifikation vorgenommen (ist nicht meine Idee, hab ich im Netz gefunden) und das hat ganz wunderprächtig funktioniert die sensible Einstellung vorzunehmen.

    Ich habe ein 4,2mm Loch außen in den Gewindebolzen der Bimetallfeder gebohrt und dann ein 5er Gewinde hineingeschnitten. Dann eine 5er Schraube mit Kontermutter eingeschraubt. Jetzt habe ich das Pumenrelais überbrückt (Stecker am WLR abgesteckt) und den Steuerdruck mit der Kontermutter auf (in meinem Fall 15° Umgebungstemperatur) auf 0,8bar eingestellt. Um den Regelverlauf zu sehen, habe ich 12V direkt von der Batterie an den WLR geklemmt und zugesehen wie sich der Steuerdruck ganz langsam erhört hat. Glücklicherweise auf den vorgeschriebenen Wert (ohne laufenden Motor) knapp unter 3bar.

    Das habe ich bei beiden WLRn gemacht und tollerweise verhalten sich beide bei korrekt eingestelltem „Kaltdruck“ identisch.




    Hier baut sich der Druck gerade auf



    Dies ist der Warm-Druck bei laufendem Motor, exakt im Sollwert



    Also Steuerdruck - Check


    Also kam der große Augenblick. Schlüssel umdrehen und BINGO. Ohne Gasgeben und/oder Rumorgeln sprang der Motor sofort an und es war schön anzusehen wie sich (bei weiterhin angeschlossenem Manometer) der Steuerdruck geregelt und sich durch das gleichzeitige Schließen des ZLS ein ausgeglichener Leerlauf über die gesamte Warmlaufphase eingestellt hatte.


    Dann noch den Haltedruck geprüft. Selbst nach Stunden fällt der Systemdruck nicht unter 2bar -


    Druckspeicher - Check


    Als krönenden Abschluss habe ich noch 6 neue Einspritzventile eingebaut. Das hat nochmal zusätzlich Laufruhe gebracht.


    Again what learned! Am Ende hat das echt mega Spaß gemacht. Wenn man Stück für Stück versteht was sich die Bosch Ingenieure damals ausgedacht haben und man dem Fehlerteufel den Mittelfinger zeigen kann.

  • Die alten Hasen für die K-Jet sterben aus bzw. sind in Rente. Schön, daß sich jetzt auch die jungen Anwender an die Technik ran wagen und auch verstehen. Aber ohne vernünftige Messinstrumente gehts eben nicht...
    Einer mehr, der jetzt seine Lehrzeit beendet hat:good:


    Gruß Ekki

    Ich fahre nur noch E-Autos:oh_ja:


    E9, E10, E21, E24, E30, E39 :rock:

    und natürlich Wasserstoffbetrieben... dafür steht doch das H, oder?

  • gemeint ist die die Breitbandlambdaanzeige, die du in jede Abgasanlage einbauen kannst und die zeigt Dir dann den Lambdawert an.

    Für veränderte Motoren sehr Sinnvoll, eigentlich ein Muß.

    Bei originalen Motoren sollte es reichen, wenn alle Komponenten ihren Wert einhalten. Aber als Kontrolle trotzdem interessant...


    Gruß Ekki

    Ich fahre nur noch E-Autos:oh_ja:


    E9, E10, E21, E24, E30, E39 :rock:

    und natürlich Wasserstoffbetrieben... dafür steht doch das H, oder?

  • Die alten Hasen für die K-Jet sterben aus bzw. sind in Rente. Schön, daß sich jetzt auch die jungen Anwender an die Technik ran wagen und auch verstehen. Aber ohne vernünftige Messinstrumente gehts eben nicht...
    Einer mehr, der jetzt seine Lehrzeit beendet hat:good:


    Gruß Ekki

    Hi Toby.

    Hi Ekki!


    Klasse finde ich es, wie beschrieben und getestet.!!

    Da hänge ich mit meinem Problem hinterher. Aber mit eurer Hilfe schaffe ich es auch noch (mal)


    Grüße

    Mexx

    BMW 2002 / BMW E21 323i 80`& 81` / BMW Alpina E30 C2 / Fiat 500 Nuova

  • Moin Billy


    Saubere Arbeit. Wirklich Klasse

    Und ja, die K-Jet zu verstehen ist fast genauso schwierig wie eine Frau zu verstehen.

    Also Respekt und willkommen im Club.


    Dein Testkit zur Druckprüfung sieht sehr hochwertig (Manometer von HansaFlex) aus.

    Wo hast du das gekauft?

    Hersteller?

    Gruß
    Harry

    "Damit das mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

  • Erneute Nacharbeit.


    Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich die vorderen Bremssättel nochmal demontiert und mit originalen Reparatursätzen versehen hatte. Der Grund, beide Bremssättel waren etwas undicht. Nun stellte sich heraus, der rechte ist noch immer nicht ganz dicht. Nach ca. zwei Wochen Standzeit sammelte sich ein Tropfen am unteren Rand des Sattels (und ich betätige die Bremse aktuell nicht einmal). Wo kommt das her? Die Recherche ergab, es kommt irgendwo aus den Dichtstellen der beiden Hälften bzw. Distanzstücken.

    Also Teile bestellt und losgelegt beide Bremssättel nochmal komplett zu zerlegen ….. jetzt ist alles dicht.


    Dann wurde der FOHA Heckspoiler vorbereitet. Alles schön sauber gemacht bzw. entfettet und das Klebeband 51 71 1 873 226 aufgebracht. Zum Montieren muss ich mir noch 4 zusätzliche Hände zur Unterstützung besorgen, damit der Spoiler auch vernünftig justiert wird.



    Wagenheber und die Kotflügel-Abdeckungen wurden aufgehübscht.



    Für die unteren Ösen muss ich mir noch was einfallen lassen.



    Bestimmt nicht Original, mir aber egal .... und gefällt's.



    Und dann hab ich heute ein paar Stunden aufgeräumt und kartonweise altes Zeug zum Wertstoffhof gefahren.


    Der Plan ist die Schweller nächste Woche schwarz lackieren zu lassen (wenn das mit den roten Nummern klappt). Ich war mir nicht sicher, habe mich aber doch dafür entschieden.

  • Das Problem mit dem undichten Bremssattel nach Überholung hatte ich auch...trotz neuer Dichtringe zwischen den Sattelhälften, neuer Kolben und neuer Manschetten.. ich bin dann zum Entschluss gekommen, dass die Fläche wo der Kolben ansteht, umläufig wurde durch Säurebad & Gelbverzinkung...sah man schön dass da teilweise Poren reingefressen waren.. hab dann noch nen Textar Sattel bei Autodo* bekommen, nach 2 Wochen wieder undicht....bei mir waren auch die Manschetten total aufgeweicht.


    Jetzt hab ich aktuell die nachgebauten Sättel vom W&N drinnen, der hat die nachfertigen lassen und alle Flächen und Anschlüsse schauen auch sauber gefräst aus, sind auch wunderbar dicht!

  • FOHA Heckspoiler Montage Klappe die Dritte.


    Zwei vergebliche Versuche den Heckspoiler zu montieren! Der Grund: Das Original BMW Klebeband löste sich immer nach ca. 2 Stunden vom Heckspoiler wieder ab. Offensichtlich ist das Klebeband 51 71 1 873 226 eher für Formteile geeignet, für den doch etwas flexiblen FOHA taugt das nichts.

    Also habe ich mit 3m Kontakt aufgenommen und so gehts:


    Zuerst muss man den Heckspoiler mit einem groben Schleifpapier anrauen. Dann das Material mit einem 3M Scotch-Mount Haftvermittler 4298 (3 Tütchen reichen) einreiben um anschließend das Klebeband PT1100 auf den Spoiler aufzubringen.




    Zwei Helfer engagiert und auf den Kofferraumdeckel geklebt - jetzt hält's einwandfrei.



    Dann bin ich letzte Woche tatsächlich das erste mal mit roten Nummern gefahren. Nicht sehr weit, nur zum Lackierer und mit den alten Felgen/Reifen. Der Schweller wurde geschwärzt. Gibt wohl unterschiedliche Geschmäcker, mir gefällt es aber so besser.



    Wieder zuhause habe ich das neue Alpina Lenkrad montiert, darauf warte ich schon 1 1/2 Jahre.



    Letzte Woche habe ich eine Bastelstunde eingelegt und Bleche für die Kotflügelabdeckungen gebaut. Hab die Bleche heute aufgeklebt, muss jetzt erst mal trocknen.



    Mitte Juni soll es zum Spur- und Scheinwerfereinstellen gehen. Danach AU und TÜV mit H-Abnahme.

  • Zielgerade!


    Hab heute die Kotflügelabdeckungen mit neuen Dichtungen eingebaut, quasi die letzten Teile. Abgesehen von den Sitzen, die wohl irgendwann im Juni fertig werden sollen!?



    Danach habe ich die Spur mit der Schnur "solala" eingestellt.






    Nächster Halt: Spur und Scheinwerfer einstellen, Voll-und H-Abnahme.

  • Musste nochmal eine Bastelstunde einlegen.


    Der Türgriff auf der Beifahrerseite war an einer Stelle nicht i.O. Die Führung/Befestigung der unteren Einzelschraube war ausgerissen. Also musste ich was basteln.

    Ein Blech wurde zugeschnitten, entgratet, gebohrt und für Senkkopfschrauben vorbereitet. Danach das Blech gegen Korrosion lackiert und mit "Extremkleber" aufgebracht bzw. verschraubt.





    Nach dem Trocknen habe ich noch eine dünne Moosgummidichtung aufgeklebt, damit die Türverkleidung geschützt ist.

    Jetzt hält der Griff vernünftig und das Blech ist nicht zu erkennen.


    Mal eine Frage in die Runde. Mein Handschuhfach sieht außen super aus aber innen eher nicht. Hat jemand eine saubere Lösung für eine neue "Beschichtung"?

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